Vereinigung der Menschen in der Welt

Die Zeit ist gekommen
wo Millionen von uns demonstrieren müssen,
und zwar nicht gegen dieses oder jenes,
sondern wer wir sind

* * *

In einer Zeit wirtschaftlicher Turbulenzen, ist es schwierig für einen selbst wahrzunehmen, wie das Prinzip des Teilens eine Lösung für die Probleme der Welt darstellt, und das gilt vor allem für viele Intellektuelle. Es gibt Bibliotheken voll mit Büchern und Berichten, die analysieren was in unserer Gesellschaft fehlgeschlagen hat , und die meisten versuchen das Unmögliche zu erreichen – das heißt, der Regierung neue Ideen und alternative Richtlinien vorzuschlagen. Eine Regierung, welche eine katastrophale Kommerzialisierung unserer politischen, wirtschaftlichen und sozialen Strukturen vertritt und verteidigt.

Umso intellektueller und gründlicher diese Analyse ist , desto mehr verfangen wir uns in der endlosen Untersuchung der Kommerzialisierung und ihrer betrüblichen Auswirkung. Wir stellen fest dass seine Vielschichtigkeit kein Ende nimmt. Aber es gibt nichts theoretisches oder akademisches an einer Familie, die nicht genug zu essen hat, die sich keinen Arzt leisten kannn und in manchen Ländern nicht einmal das Recht haben eine Debatte zu führen oder zu protestieren. Je mehr wir darüber schreiben und intellektualisieren, je mehr wir kritisieren und dafür kämpfen, desto unlöslicher werden diese vielen Krisen der Welt. Aber wenn jede weitere Analyse nicht die Antwort ist, wenn kein Buch die Lösung beinhaltet, was sollen wir dann tun?

Wir können keine bessere Welt erschaffen, indem wir einen Krieg gegen die Kräfte der Kommerzialisierung führen oder durch den Versuch gegen die Mächte, die das aktuelle Wirtschaftssystem aufrecht erhalten, zu kämpfen. Wir haben es in unserer Gesellschaft zu weit gehen lassen, welche von ungezügelten Marktkräfte geleitet wird und ineinandergreifende Krisen in unserer Zivilisation lassen uns keine Zeit uns schrittweise zu reformieren. Die relativ wenigen Individuen und Gruppen, die enorme Arbeit leisten, um diese systembezogenen Probleme zu konfrontieren, kämpfen jetzt einen verlorenen Krieg, so lange eine große Anzahl von gewöhnlichen Menschen nicht hinter ihnen steht. Weder sind kleine alternative Gemeinden stark genug, um die augenblickliche Flut in Richtung Weltkatastrophe umzukehren; die Konzentration von Reichtum und wirtschaftlicher Macht in den Händen der Wenigen ist zu stark geworden um einen weitgehenden Richtungswechsel zu ermöglichen.

Die einzige Lösung die bleibt, ist, die Menschen guten Willens auf der ganzen Welt zu vereinen, welches unsere letzte Hoffnung für sozialen Wandel auf globaler Ebene ist. Denn sobald die Menschen in einer weltweiten Welle in friedlichen Protesten zusammen kommen, wird sich das Prinzip des Teilens natürlich und automatisch manifestieren. Ohne diesen lebenswichtigen fehlenden Faktor in der heutigen Weltpolitik, gibt es keinen Ausweg aus der kritischen Sackgasse, die der Menschheit in den kommenden Jahren gegenübersteht.

Teilen, ist innewohnend in jeder Person und ein integraler Bestandteil von dem was wir als Menschen sind, während die profitorientierten Werte des Handels nicht Teil unserer angeborenen spirituellen Natur sind. Das individualistische Streben nach Reichtum und Macht ist ein Ergebnisse unserer Konditionierung seit Kindheit, genährt durch falsche Erziehung und Verehrung von Erfolg und Leistung. Aber man kann nicht jemanden dazu konditionieren zu kooperieren und mit anderen zu teilen, man kann sie nur daran erinnern, wer sie wirklich sind. Es ist wie ein junger Windhund, der instinktiv läuft - er muß es nicht lernen, weil es in seinen Genen ist wird er sich genau wie seine Eltern verhalten. In gleicher Weise hat die Menschheit Sharing in seinen Genen, und nicht die inhärente Neigung zu Eigeninteresse und Wettbewerb.

Die Gier und Gleichgültigkeit, welche unsere Gesellschaften definiert, wurde in uns implantiert und hat uns seit Generationen innerlich konditoniert. Bevor ein Kind zur Schule geht, drückt es ganz natürliche Liebe und Teilen in seiner Persönlichkeit aus. Aus diesem Grund müssen wir die Menschen guten Willens in der ganzen Welt vereinen, um die Gesellschaft zum Wohle aller zu verändern, denn dann werden wir einander erkennen und uns instinktiv daran erinnern, wer wir sind. Die Kräfte der Kommerzialisierung werden nie vollständig durchsetzen können, dass Teilen total ausgelöscht wird, außer sie vernichten die gesamte Menschheit, denn Teilen wird immer in unserer DNA sein.

Die einzige Lösung, die Wunderwaffe, ist die erstaunliche Macht eines vereinten Volkes. Viele der jüngsten Volksaufstände haben uns einen Einblick auf das bemerkenswerte Potenzial einer Menschenmasse Guten Willens gegeben, aber selbst diese Bewegungen haben nur einen kleinen Teil der Weltbevölkerung vertreten. Viel, viel mehr muß die Menschheit ohne irgendwelche Spuren von Ismen zusammenkommen, ohne einer führenden politischen Partei und mit der Jugend an der Spitze. Alle Demonstrationen die wir bisher gesehen haben, waren nicht genug: Wir brauchen Hunderte von Millionen von Menschen auf den Straßen weltweit, wie ein planetäres Besetzungslager, das Tag für Tag weiterläuft - und das muß und kann mit der größtmöglichen Dringlichkeit erreicht werden.

So wie der Politiker es nicht mag, wenn die Menschen demonstrieren, weil sie dann ihrer Macht und Privilegien zu verlieren drohen, genausowenig gefällt es der Kommerzialisierung wenn sich Menschen auf der ganzen Welt vereinen. Sie weiß, dass, wenn die Macht des Volkes planetär wird, fangen die Grundmauern, die die Kontrolle über die Gesellschaft erhalten, an zu zittern. Und weil Kommerzialisierung von Gesetzen und Maßnahmen geregelt ist, müssen unzählige wirtschaftliche Vereinbarungen transformiert werden, somit allmählich eine neue Gesellschaft entsteht. Im Laufe der Zeit muß die gesamte Weltwirtschaftorganisation neu formuliert und vereinfacht werden, bis die Vermarktung schließlich seine Herrschaft über das Bewußtsein der Menschheit abtritt.  

Eine Menschheit

Es wird keine andere Lösung funktionieren, bis die Menschen guten Willens in der ganzen Welt sich im Einklang miteinander erheben. Wenn Millionen und Abermillionen von Menschen aller Nationen sich im Protest zusammentun, ergibt sich eine unbewußte als auch bewußte Erkenntnis, und zwar dass wir eine Menschheit sind. Dann wird das Prinzip des Teilens beginnen sich zu manifestieren und weltweit in seiner Vielfältigkeit ausgedrückt werden. Dann können wir sehen, dass alle wahrgenommenen Unterschiede zwischen den Menschen so sinnlos, so unnötig sind. Und dann werden wir sehen, was Sharing in Aktion bedeutet; dass wir dieses und jenes nicht brauchen, wir brauchen nur Uns. Gemeinsamkeit. Und das bringt Freude, enorme Freude.

Schon nach kurzer Zeit können wir sehen, wie Sharing ein Prozac für die Weltwirtschaftskrise ist, denn Gut ist in jedem, eine Güte, die nicht oft zum Ausdruck kommt. Wenn wir anfangen, diese Güte untereinander zum Ausdruck zu bringen, fühlen wir uns besser. Wir fühlen uns in Würde. Es gibt uns Kraft, und es gibt uns Vision. Und es ist genau das, was wir jetzt beginnen zu erfahren, inmitten von Tod und Wiedergeburt der modernen Gesellschaft. Das Sterben einer Gesellschaft findet dann statt, wenn die Gesellschaft zerfällt und wenn die Menschen immer weniger fröhlich, frei und kreativ werden.

Millionen von Menschen auf der ganzen Welt fordern bewusst Gerechtigkeit, aber was wir tatsächlich sehen in all diesen Demonstrationen, ist ein unbewusster Aufruf zum Teilen. Der Grund, warum wir das nicht in den Massen erkennen, ist wegen der vielen Fraktionen, erschaffen von Kommerzialisierung und einer gespaltenen Politik, die auf die Gesellschaft einwirken, welche wiederum die vielen Konflikte durch Ideologien und Überzeugungen fördern, ebenso wie die massenhafte Selbstgefälligkeit. Diejenigen, die von den Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft bewegt sind, fühlen sich fast gezwungen sich im Kampf gegen das System zu engagieren, ein Kampf für Gerechtigkeit. Wenn wir sehen könnten, dass einzig Teilen diese Gerechtigkeit bringen kann, dann würden wir Gerechtigkeit auf eine andere Weise verfolgen, und zwar durch einen einheitlichen, weltweiten Aufruf zum Teilen.

Wenn das Herz mit Liebe geöffnet ist, kann es stetig nur für Sharing rufen. Das Herz wird nie "gegen" das System gehen, nur der Inhalt des Geistes kann sich in einem solchen Kampf für Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft engagieren. Millionen von Menschen, die für Gerechtigkeit "gegen" das System aufrufen sind für eine bessere Welt, in Bezug auf ihre Reife, Ehrlichkeit und Intelligenz. Es verlangt Reife, um für Veränderungen im System zu protestieren, denn wenn Sie reif sind, dann sind Sie verantwortlich. Und wenn man in Bezug auf die vielen Probleme in unserer Gesellschaft Veranwortung trägt, dann hat man keine andere Wahl als für Gerechtigkeit zu kämpfen, denn Kommerzialisierung hat dieses ungerechte System in einer solchen Architektur aufgebaut. Aber wenn das Herz und die Liebe mit Reife und Intelligenz kommen, dann wird der Ruf nach Gerechtigkeit die Münze umkehren und zu Teilen werden.

Wir sind so durch das System und seine Ideologien konditioniert,dass wir diese Erfahrung nur um einen Bruchteil nicht wahrnehmen können und zwar dass Teilen das Mittel ist um Gerechtigkeit zu erbringen. Was wir in der Tat in den vielen Massendemonstrationen rund um die Welt erleben, ist die Schwingung der Anwesenheit des Teilens im menschlichen Herzen, die die Jugend insbesondere zu spüren beginnt, bis zu dem Punkt, wo sie fast greifbar ist. Die Revolution auf dem Tahrir-Platz im Frühjahr 2011 war eine sehr schönes Beispiel davon, wie sich das göttliches Prinzip in der Schwingung des Teilens ausdrückte, unter Tausenden von Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund und Überzeugungen. Es war ein schöner Anblick, denn wenn Teilen durch die Potenz des kleinen Volkes zusammenkommt und ohne Ismen und Ideologien vertreten wird, dann wird das immer Schönheit und Freude bringen.

Aber was wird mit dem Aktivisten heute passieren, wenn er diese einfache Wahrheit intuitiv wahrnimmt, dass das Teilen schlechthin das Mittel für die Verwirklichung von Gerechtigkeit ist, sowie für eine dauerhafte Gewährleistung der Fortsetzung dieser Gerechtigkeit? Leider haben wir uns durch das Bedürfnis nach Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft derartig hypnotisiert, das derjenige, der auf die Straße geht und Teilen fordert, sehr einsam ist. Wie könnte man hier, inmitten der ohrenbetäubenden Schreie in jedem Land für Rechenschaft und Gerechtigkeit, die allgemeine Vorstellung von dem was sie fühlten und verstanden haben, erklären? Es ist das selbe als zu sagen, dass Sie eine fliegende Untertasse gesehen haben. Wenn Sie so etwas öfter sagen, können Sie sicher gehen, dass Sie am Ende aufgefordert werden Ihren Arzt zu besuchen.

Ein glober Ausbruch des Mitgefühls

Nur durch einen weltweiten Ausbruch des Mitgefühls kann das Prinzip des Teilens in unserer Gesellschaft auf der Grundlage von Gerechtigkeit aufrecht erhalten werden, daher ist die Zunahme der vereinten Stimme des Volkes von größter Bedeutung. Die Menschen der Welt können nur durch Mitgefühl, Freiheit, gesunden Menschenverstand und Vision zusammenkommen - eine Stimme, eine Richtung, ohne verschiedene Fraktionen die nach links oder rechts gehen. Kommunismus und Sozialismus versuchten die Menschen auf einer Basis der gemeinsamen Nutzung zusammen zu bringen, aber diese beiden Ideologien versagten in der Praxis, durch die Verletzung des freien Willens der Menschen. Wie also kann das Prinzip des Teilens es alleine schaffen, ohne jeglichen politischen Ideologien und ohne unsere Freiheit wegzunehmen? Nur durch einen weltweiten Ausbruch von Mitgefühl, eine Meereswelle, die sich hinter einer Wand aufgestaut, bis das Wasser schließlich durchbricht.

Und was bedeutet so ein Ausbruch des Mitgefühls, auf der Basis des Teilens, in der Praxis? Es wird den Anfang vom Ende von Hunger bedeuten. Es wird bedeuten, dass der Aufruf des Volkes, um den Hunger zu beenden so dringend und so überwältigend sein wird, daß Hunger auf dieser Erde nie wieder erlaubt wird,damit sowas nie wieder passieren kann. Es wird bedeuten, dass ein riesiges Schiff sein Segel für einen neuen Horizont setzt, auf dem die Armen auf erster Klasse reisen. Am Anfang werden nicht alle auf diesem Boot sein, denn ohne Zweifel wird es immer welche geben die es bevorzugen Kinder der Kommerzialisierung zu bleiben. Aber wenn Millionen von Menschen aus verschiedenen Nationen zusammenkommen, friedlich und ohne politischem Argument, werden die Regierungen der Welt nicht wissen was sie tun sollen. Sie werden keine andere Wahl haben als mitzumachen, bis ein Notfalls-Programm zwischen den Nationen eingeleitet wird, um Hunger und extreme Armut, ein für alle Mal zu beenden.

Die Herzen der Jugend haben bereits in der friedlichen und kreativen Revolution begonnen, die gemeinsame Nutzung mit sich bringen kann, sich zu engagieren. Wir könnten sagen, dass die Herzen der Menschen langsam erwachen, aber es ist wirklich eine Befreiung des Herzens das stattfindet - eine Befreiung von Stress und den Auswirkungen der Ismen und Kommerzialisierung. Was die Kommerzialisierung betrifft, sie findet es sehr passend, dass die Herzen der Menschen durch geistige Konditionierung geschlossen bleiben. Jedoch wenn die Öffentlichkeit gleichzeitig aus dem Herzen teilt, wenn Millionen von Menschen auf den Straßen für ein Ende von Hunger und Armut demonstrieren, wird es keinen Zweifel daran geben, dass ein Erwachen des Herzens in der ganzen Menschheit stattfindet.

Vielleicht werden wir dann keine Trennung mehr sehen zwischen "Aktivisten" und der restlichen Gesellschaft, wie den Touristen der sein Eis leckt,während Demonstranten sich auf den Hauptplätzen der Stadt anmassen. Vielleicht dann, wenn Millionen von Menschen weltweit die gerechte Teilung fordern, werden unzählige Männer und Frauen, die sich noch nie zuvor engagieren haben, auch mitmachen. Vielleicht nur dann, durch die vielen gutwilligen Menschen die in Machtpositionen dienen, werden wir den Anfang der Auflösung von Gesetzen und Richtlinien sehen, welche bisher die Kommerzialisierung aufrecht erhielten und Teilen verhinderte.

 Die wahre Revolution

Eine wahre Revolution ist nicht auf Ideologien und Überzeugungen aufgebaut, sondern nur durch die Erkennung des Attributs des Herzens, welches mit Vernunft vereint ist. Zum Beispiel, die Revolutionen im Nahen Osten im Jahre 2011 wurden sofort von anderen erkannten, und bald auf der ganzen Welt nachgemacht, auf der Grundlage der Argumentation des Herzens. Und wenn Herz und Geist in einer großen Gruppe von Menschen verschmolzen sind, kann es zu einer Explosion der Freude führen, als ob die Seele eines jeden Menschen versucht mit der Menschenmenge zu tanzen. Die Beamten in Krawatten und Anzüge können diese spontanen Aufstände als führungslos oder unstrukturiert beklagen, aber sie verstehen nicht, dass sich das Herz einschließlich und ohne Struktur durch seine Natur ausdrückt.

Hier können wir den akuten Unterschied zwischen dem alten und dem neuen Bewusstsein in der Weltanschauung beobachten. Und deshalb ist es unerläßlich, dass wir auf die Stimmen der Jugend hören und wir auf ihrer Seite stehen, wo auch immer wir sie mit ihren Bannern und ihren Zelten inmitte der Stadtplätze finden. Eine Jugend, die für die Freiheit von allen Ismen steht, welche die Vergangenheit symbolisieren. Eine Jugend, die mit einer Ausstattung geboren ist die gesamte Menschheit von seinen beschränkenden Ideologien und Überzeugungen frei zu sehen, wo Selbstgefälligkeit in wahre Handlung und frei von Angst umgewandelt ist.

In der Tat sollte die Jugend als ein großer Verbündeter vom Prinzip des Teilens betrachtet werden, denn Kommerzialisierung haßt einen unkonditionerten Verstand, welcher ihren Würgegriff an der Gesellschaft gefährdet, während die konservativen Kräfte in Regierungen die idealistische Jugend fürchtet, die ihre Ismen bedrohen niederzuschmettern. Wir denken vielleicht, dass die Jugend von heute irgendwie speziell oder einzigartig ist, wie sie eine neue Dynamik und Energie zum Ausdruck bringen, aber laßt uns nicht vergessen, dass die Jugend schon immer so gewesen ist - der einzige Unterschied ist, dass jetzt ihre Zeit reif ist, da die alten Strukturen auseinander fallen, und eine neue Welt langsam geboren wird. Dies ist der ultimative Moment in der Geschichte, auf den die Jugend schon seit tausenden von Jahren gewartet hat.

Jetzt ist die Zeit, für alle junge Menschen zusammen zu kommen und weltweit zu demonstrieren, mit Entschlossenheit zu verweigern sich einer Gesellschaft anzuschließen welche ihnen keine Stimme oder sogar Hoffnung gibt. Sie sollten auch auf Artikel 25 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte pochen, und auf die Regenerierung als Recht und Wille des Volkes. Im Moment schlummert diese sakrosankte Erklärung, und es sollte von der Öffentlichkeit, der sie immer gehört hat, wieder zum Leben erweckt werden. Ganz besonders sollte die Jugend hinter dieser Erklärung stehen, denn sie ist es, die es der Öffentlichkeit weltweit präsentieren kann. Jede Revolution braucht ein Motto, und die wahre Revolution von heute sollte Artikel 25 werden, als ein All-inklusives-Motto, Ziel und Vision.

Es ist dann Sache der Regierungen, die visionären Bestrebungen der Jugend zu strukturieren, und diese vorsitzenden Menschenrechte in ein Gesetz der Staaten zu übertragen. Zunächst einmal muss eine gemeinsame Stimme der Öffentlichkeit den reaktionären Druck von Regierungen löschen, und dann sollen gewöhnliche Männer und Frauen die Stellen an der Macht einnehmen, die von der Stimme des Volkes abgestimmt sind, die sich mit Demonstrationen in der Öffentlichkeit bewegen und die im Namen aller Menschheit sprechen. Diese frisches Blut in den Regierungen wird genau wissen, wie man die Forderungen der Öffentlichkeit für Gerechtigkeit und Freiheit strukturiert und wird dafür sorgen, dass die visionären Bestrebungen der Jugendlichen auf den richtigen Weg geführt werden.

Umsetzung des Prinzips des Teilens

Schlussendlich können wir sagen, dass das Prinzip des Teilens in unserer Gesellschaft durch den gesunden Menschenverstand, der mit dem Herzen vereint ist, umgesetzt wird. Wenn das Herz engagiert ist, wenn der gesunde Menschenverstand unsere Entscheidungen diktiert, dann erfolgt eine Neuordnung und ein Aufbau, wie wir das noch nie erlebt haben. Dieser Prozeß muß mit einem weltweiten Aufstand beginnen, mit einem konzertierten Ruf der Öffentlichkeit für die gemeinsame Nutzung der Ressourcen, der dann von Regierungsvertretern gehört und angenommen wird, und wo Wirtschafts- und Sozialpolitik von oben nach unten umgesetzt wird. Die Logistik der gemeinsamen Nutzung von Ressourcen muss von oben beginnen und sich nach unten verbreiten, von der Regierung nach unten an die Öffentlichkeit, und das wird den Beginn richtiger menschlicher Beziehungen zwischen Völkern und ihren Regierungen einleiten.  

Denn der Staat, hält die Schlüssel zu den Ressourcen eines Landes in der Hand, mitunter die Milliarden von Dollar, die vom Militär und anderen schädlichen primären Ausgaben an sich gerißen werden oder den Millionen Tonnen von Lebensmitteln, die ständig verschwendet werden und in riesigen Lagerhallen verrotten . Während ein wirksamer Prozess des wirtschaftlichen Austauschs nicht auf nationaler oder globaler Ebene institutionalisiert werden kann, wenn es auf der Ebene der Öffentlichkeit bleibt, wie durch Gemeinschaftsaktionen oder mittels wohltätiger Vereine. In diesem Zusammenhang ist die Umsetzung des Teilens in unseren Gesellschaften nicht zu verwechseln mit Verzicht auf persönlichen Besitz oder Reichtum, was gleichbedeutend mit einer Form des Diebstahls ist, wenn die Öffentlichkeit von oben durch ein staatliches Dekrete dazu gezwungen wird. Wir werden die Kunst des Teilens als Wirtschaftsprinzip nur dann erhalten, wenn Regierungen grundlegend ihre verzerrten Prioritäten neu ordnen, und so die grundlegenden Bedürfniße aller Bürger decken und die Überschüße des Landes zum Wohle der Menschheit als Ganzes teilen.  

Dies bedeutet nicht, dass die Regierungen gezielte Richtlinien erlassen, basierend auf einer einzigen Interpretation des Teilens, denn eine gerechtere Verteilung der Ressourcen kann über eine Vielzahl unterschiedlicher Möglichkeiten stattfinden. Eine Nation kann auch mit einer anderen Nation eine Zusammenarbeit beginnen, als Reaktion auf eine Finanzkrise oder aus ökonomischer Notwendigkeit, aber ohne das Wort "Sharing" in ihrer Regierungspolitik zu verwenden. Allerdings gibt es keine Aussicht auf eine echte gemeinsame Nutzung globaler Ressourcen, bis nicht jede Nation in Erfahrung bringt, was sie braucht und was sie an Überschuß produziert, und diese Erkenntnis dann in ihren politischen und wirtschaftlichen Regularien erneuert, sowohl auf nationaler also auch internationaler Ebene. Früher oder später ist es deshalb absehbar, dass die gemeinsame Nutzung von Ressourcen von gewählten Führern in einer bewußten und geplanten Weise untersucht werden, mit der vollen Unterstützung und Rückendeckung aller Wähler.

Die Systematisierung des Teilens als globaler Prozeß sollte nicht als romantische oder sentimentale Großzügigkeit und weltweiter Guter Wille angesehen werden, da es sich eher um ein enormes logistisches Unternehmen handelt, das die Koordination und Planung der erfahrensten Vertreter aller Länder erfordert. Wir können uns das Prinzip des Teilens als einen vertrauenswürdigen Berater vorstellen, der jedem Politiker allzeit zur Seite steht und die Bedürfnisse der Ärmsten und der am stärksten Ausgegrenzten immer als Leitgedanken bei jeglicher Entscheidung sieht. Mit der Zeit wird die neue Ordnung und Struktur, die in verschiedenen Ländern eingeführt wird, allmählich die Regierungen bei den Vereinten Nationen erreichen und zu einer kooperativen Lösung für die Probleme der Welt aufrufen, im Einklang mit dem Prinzip des Teilens zu beraten und Beschlüsse zu fassen, und das wird das Signal zu einer wirklich demokratischen Regierungsführung im Namen des Gemeinwohls aller werden.

Gerechte Verteilung

Angesichts der dramatischen Veränderungen, die vor uns liegen, sollte jede Person, die das Teilen als Antwort auf kommende Krisen erkennt, sorgfältig über die Bedeutung der Neuverteilung nachdenken. Dieser Begriff löst eine sehr ausweichende und kontroverse Assoziation aus, und kann Anspannung, Streß und sogar Gewalt erzeugen, wenn er im falschen Kontext verwendet wird. Es gibt eine gesunde Bedeutung der Neuverteilung, welche richtiges Teilen ergibt, wie zum Beispiel, eine Tonne Tomaten von einer Region in eine andere zu verteilen, basierend auf einem fairen und wechselseitigem Austausch. Aber es gibt noch eine andere Bedeutung der Neuverteilung, die reichen Leute in der Gesellschaft zwingt, ihre persönlichen Sachen oder ihr Vermögen wegzugeben. Das ist genau das, was der Kommunismus versucht hat, was aber unweigerlich eine starke Verletzung des freien Willens der Menschen darstellt.

Wenn eine Regierung wirklich die Ressourcen der Nation teilen will, dann sollte sie damit anfangen Ihre Kriegsmaschinerie abzubauen, ansonsten fließen die Finanzen aus den Kassen der Reichen doch wieder in den Militärhaushalt und erreichen nicht die Ärmsten der Gesellschaft, und stützen damit weiter den Status quo der Kriegsführung. Warum werden die reichsten Leute und Unternehmen in erster Linie nicht ausreichend besteuert? Wo kommt das Geld hin wenn sie besteuert werden, wird es für soziale Bedürfnisse eingesetzt oder fließt es in perverse Subventionen? Und warum hat man ihnen so viele Gelegenheiten zur Anhäufung ihrer enormen Vermögen gegeben, während die Regierungen mit den Marktkräften und der Kommerzialisierung spielen?

Es war das System, das den Reichen erlaubte sich so weit zu bereichern, und nun versuchen die Jünger des gleichen Systems die Reichen in die Neuverteilung ihres Reichtums zu zwingen. Das ist eine alte und spaltende Taktik die aus sektiererischem Verhalten heraus geboren wurde. Der Kommunismus hat es versucht, der Sozialismus hat es versucht, und jetzt ist auch noch der Kapitalismus dem Club beigetreten. Den Populisten mag es gut gefallen, die Reichen für alle gesellschaftlichen Probleme verantwortlich zu machen, aber das ergibt keine Lösung für die soziale Ungerechtigkeit, solange das System selbst auf Ansehen und Reichtum beruht.

Der sicherste Weg zu einer Wende aus der extremen Ungerechtigkeit ist, wenn ein Großteil der Menschheit auf die Straße geht, Tag und Nacht, ohne Unterlaß und mit einer Vision einer vereinten Welt fordert: "Genug der Rettung der Banken, genug von Sparmaßnahmen die nicht enden, genug von ziellosen Versuchen die Reichen zu besteuern - es ist Zeit den Armen aus der Notlage zu helfen und für eine Veränderung durch gesellschaftliche Transformation basierend auf Teilen, Gerechtigkeit und gesunden Menschenverstand einzustehen. " Es ist zwingend notwendig, dass wir uns diese Fragen stellen, mit Introspektion und Selbsterkenntnis, und unsere Identität nicht mehr damit definieren, wogegen wir sind, wie Kapitalismus und Reichtum.

Daher muß die Umsetzung des Prinzip des Teilens auf der Grundlage von Gerechtigkeit geschehen und das muß mit dem Wandel im menschlichen Bewusstsein beginnen, geleitet von unserer Reife und den Argumenten des Herzens. Das ist dann, wenn ein neues Verständnis des Teilens in unseren Köpfen entsteht, und unsere gesamte Einstellung zu Reichtum und Neuverteilung ändert. Wenn die Nationen der Welt gemeinsam handeln, um die Armut in ihrer Ganzheit zu beenden, dann wird das Wort „Neuverteilung" seinen richtigen Platz einnehmen und auch eine andere Bedeutung gewinnen. Dann können wir anfangen, im Sinne einer "gerechten" oder "richtigen" Verteilung zu denken, und wir werden das Wort "fair" in Bezug auf globale Wirtschaftsvereinbarungen nicht mehr benötigen. Dies sind wichtige semantische Überlegungen, die uns helfen können intuitiv zu erkennen, was Teilen in seiner richtigen und ganzheitlichen Vision erreichen sollte. Gerechte Verteilung ist mit richtigen menschlichen Beziehungen auf einer Linie, aber Umverteilung - auch mit der allerbesten Absicht - kann nur in einer Gesellschaft entstehen, die durch legitimierten Diebstahl, institutionalisierter Ungerechtigkeit und endemischen Verstoß gegen die menschliche Willensfreiheit definiert wird.

Stellen Sie sich vor, wenn Millionen von Menschen im Namen von TEILEN auf der ganzen Welt demonstrieren, und die Reichen müßten über eine "Neuverteilung" ihres Reichtums nicht einmal nachdenken. Niemand hätte es nötig, ihr Geld zu beschlagnahmen oder sie dazu zwingen ein Notprogramm zu unterstützen, um die notwendigen Mittel unter den Armen und Hungernden zu verteilen. Eine vereinte Stimme in der Welt, die gemeinsam zu Teilen und Gerechtigkeit aufruft, wird eine solche Kraft in der Gesellschaft erzeugen, dass die Menschen überall diesem Trend folgen werden, einschließlich der Milliardäre. Unter den Reichen sind auch gute Menschen, und viele werden von sich aus freiwillig in einer solchen Zeit kommen und sagen: "Hier ist es". Vielleicht werden sie ihren Reichtum nicht aufgeben,wenn sie dazu gedrängt werden, aber sie werden sicherlich anfangen zu Teilen wenn Ihre Herzen berührt werden von einem überwältigenden Aufruf der Öffentlichkeit Hunger und Armut zu beenden. Sie werden nicht einmal das Wort "Neuverteilung" hören, wenn sie sich mit den Menschen vereinen und ihr Vermögen für das gute Ziel der sozialen Gerechtigkeit teilen. Dieses Stadium müssen wir erreichen, denn es markiert die wahre Revolution, die nur TEILEN zustande bringen kann.

Selbstverständlich sind faire und neu verteilte Steuereinnahmen von grundlegender Bedeutung für eine gerechte und demokratische Gesellschaft, und wenn Ressourcen gerechter verteilt werden, dann kann es solche Extreme von Armut und Reichtum nicht mehr geben. Aber bei der Bildung von solchen Gesellschaften müssen wir die Armen wie die Reichen respektieren, auch wenn viele wohlhabende Menschen sich gegen die weltweiten Veränderungen sträuben werden. Es wird einige Zeit dauern, aber diese Menschen werden schließlich durch den ohrenbetäubenden Schrei nach einer neuen Zivilisation, das auf dem Prinzip des Teilens beruht, zurückgelassen werden.

Die Bedeutung des Teilens untersuchen

Um die Wichtigkeit der Transformation der Gesellschaft in diese Richtung selbst zu erkennen müssen wir eindeutig und genau überlegen, wie wir die Bedeutung des Teilens in der politischen und wirtschaftlichen Hinsicht interpretieren. Zum Beispiel die Idee, dass das Teilen so viel heißt wie "die Hungrigen zu ernähren" ist in der Tat, totaler Unsinn. Wer sagt denn, dass das Essen das wir mit den Hungrigen teilen, uns gehört? Nur die Kommerzialisierung tut das, mit ihrer teuflischen Gerissenheit, die unseren Verstand konditioniert. Was meinen wir damit, wenn wir sagen, dass diese Lebensmittel uns gehören, während es in einigen Teilen der Welt nichts zu essen gibt? Wie kamen wir denn an die erste Stelle hinsichtlich der Lebensmittel, in einer Welt mit einem riesigen Überangebot an Nahrung pro Kopf?

Um die Moral in dieser Frage zu finden, müssen wir die ungerechten strukturellen Regelungen erkunden, die zu einer Welt geführt haben, die von Hunger und Entbehrung heimgesucht ist - die Einfuhr von Lebensmitteln zu günstigsten Preisen, die Dezimierung kleinbäuerlicher Landwirtschaft, die lange Geschichte des Diebstahl und der Ausbeutung der Armen, und so weiter. Wenn wir denken, "das ist mein Essen, und ich teile es mit den Hungernden", dann anerkennen wir damit nicht das Problem oder seine Lösung. Wie kann man gleichgültig bleiben, wenn uns gesagt wird, dass die Menschen in anderen Ländern hungern, und dann denken, dass das Essen auf unserem Teller uns rechtmäßig gehört?

Wenn wir aufrichtig und ehrlich mit uns selbst sind, dann werden wir nie denken dass es unser Essen ist das wir teilen. Wir werden sagen: "Das Essen in der Welt gehört allen, deshalb möchte ich dass meine Regierung ihre Haltung gegenüber der Armut ändert und sie damit beendet". Die Bedeutung des Teilens ist nicht "die Hungrigen zu füttern ", aber die Armut durch die Umsetzung des Rechts unwiderruflich zu beenden. Leider werden in dieser geteilten Welt von heute die Bedürfnisse der Hungrigen aus internationaler Verantwortung in einer Notsituation geboren, jedoch ein Ende dieser lebensbedrohlichen Armut, kann nur durch eine gemeinsame Stimme der Menschen in der Welt zustande gebracht werden.

Das Prinzip des Teilens hat auch eine harte Seite in seiner Natur, die zutiefst allergisch auf solche Wörter wie Nächstenliebe, Wohltätigkeit und sogar Altruismus reagiert - Worte, die unserer kollektiven Selbstzufriedenheit seit Jahrtausenden gerade gelegen kamen. In der Tat, was ist ein Menschenfreund, wenn nicht "jemand" mit einem anspruchsvollen und wettbewerbsfähigen Geist, der sich an einem ausbeuterischen und ungerechten System bereichert hat und davon profitierte? Wie hat der Philanthrop sein Geld gemacht? Wie immer beginnt es mit der Entdeckung ein Talent dafür zu haben die Systeme zu manipulieren, oder durch ein reiches Erbe, das Ergebnis von Ausbeutung ist.

Wie sonst können Führungskräfte großer Unternehmen Gehälter von Millionen von Dollar erhalten, Boni und Abfindungen, während die Armee von Arbeitern, die das Ganze am Laufen halten, nur den gesetzlichen Mindestlohn bekommen, oft in fernen Ländern in denen Arbeitern keinerlei Vorteile geboten werden? Dann wird der Philanthrop, um sein Image und seinen Ruf zu vergrößern oder sein Gewissen zu beruhigen, beschließen, ein wenig Geld in Wohltätigkeitsprojekte fließen zu lassen. Er fragt die Arbeiter nicht danach, was mit dem gespendeten Geld geschehen soll. In der Tat scheffelt er Geld auf dem Rücken der Arbeiter und gibt einen kleinen Teil davon her, aber auf ihre Kosten.

Wir sollten uns fragen : Wie kann es sein, dass es so viele Möglichkeiten gibt mit der Kommerzialisierung Milliarden von Dollar zu verdienen, wenn Milliarden von Menschen in anderen Teilen der Welt vom Hungertod bedroht sind; wie kann das sein? Wir sehen die Person die ihre Milliarden macht immer an der Seite eines Politikers oder umgekehrt, aber wir sehen den Politiker nie an Seite eines Menschen der an Hunger stirbt.

Teilen ist Gerechtigkeit, nicht Wohltätigkeit

Wenn es im Wörterbuch eine entsprechende moralische Definition des Wortes Wohltätigkeit gäbe, wäre es diese Aussage: "eine unwürdige Handlung, die aus Selbstgefälligkeit entsteht“. Es ist unwürdig, denn wir können immer etwas tun um Gerechtigkeit herzustellen, aber aufgrund unserer Selbstgefälligkeit finden wir es bequemer, den Bedürftigen ein paar Krümel zu geben. Und wenn wir genügend Geld für wohltätige Zwecke spenden, wird die Einrichtung uns schließlich belohnen und uns auf einer Ehrenliste einen Titel verleihen.

Natürlich sollte niemand für die Abschaffung von Wohltätigkeit sein die eine würdevolle Notwendigkeit in unserer Gesellschaft ist, in der Millionen von Menschen in einem Zustand großer Armut und Verzweiflung leben. Aus dem Herzen sind wir naturgemäß wohlwollend und fürsorglich, weshalb wir auch wohltätige Zwecke unterstützen, wenn wir von humanitären Krisen in fernen Ländern hören. Aber warum haben solche Notfälle immer biblische Ausmaße und wiederholen sich immer wieder, trotz all dem Knowhow und den Einfallsreichtum der Menschheit? Weil wir ebenfalls selbstgefällig sind, und oft geben wir ohne über Gerechtigkeit nachzudenken. Wir fordern nicht kollektiv, dass unsere Regierungen diese vermeidbaren Notfälle ein für allemal stoppt, unabhängig von ihrer Ursache.

Wenn wir für wohltätige Zwecke spenden, ohne über Gerechtigkeit nachzudenken, dann hat der Akt der Spende nichts mit dem Teilen der Weltgüter zu tun. Wenn Teilen und Wohltätigkeit personifiziert wären und sich auf der Straße begegneten, dann würde Teilen zur Wohltätigkeit sagen: "Wer bist du? Ich glaube nicht, dass wir uns schon mal getroffen haben.“ Die bloße Existenz der Wohltätigkeit in einer Welt des Überflusses symbolisiert die Kluft zwischen den Reichen und den Armen, den Besitzenden und den Besitzlosen. Sie können sicher sein, wenn die Regierungen das Prinzip des Teilens auf globaler Basis realisieren, dann wird es das auch das Ende einer Zeit wohltätiger Spenden bedeuten.

Es gibt genug Nahrung in der Welt für alle, genug Ressourcen für die Gesundheitsfürsorge und Wohnraum für alle, genug Wissen und Technologie um selbst die Bedürfnisse der allerärmsten Länder zu erfüllen. Egal, wie viele Ressourcen der Welt wir teilen mit den Menschen die in extremer Armut leben, es wird immer noch mehr als genug geben, um die grundlegenden Bedürfnisse aller zu befriedigen. Wie konnten die Länder mit einer Überflussgesellschaft überhaupt so viele Ressourcen und diese mächtige Industrie anhäufen? Wie viel der Nahrung, Treibstoffe, Mineralien und Land in der Welt haben wir uns von den Menschen in weniger industrialisierten Ländern angeeignet?  Dies sind die Fragen, die wir uns stellen müssen, um die einfache Logik von Teilen und Gerechtigkeit zu kapieren.

Die Art und Weise des Teilens

Wir sollten die oben genannten Vorschläge nicht annehmen, es sei denn wir haben für uns selbst die Bedeutung und Auswirkungen des Teilens als Lösung für die Probleme der Welt vollständig untersucht. Es kann zu idealistisch erscheinen, dass der Schlüssel zur sozialen Transformation beim Zusammenkommen und im Wohlwollen der einfachen Menschen liegt , und daran wird sich nichts ändern, außer die Stimme des Volkes wird weltumspannend. Wir können etwas mehr über die Möglichkeit der Veränderung der Weltlage durch unser selbstgefälliges Denken erkennen, aber wenn es in uns nicht durch und durch klar geworden ist, dann können wir nach ein paar Minuten wieder alles schnell vergessen und in unsere alte Haltung zurückfallen.

Wir sind so von unserer Umwelt beeinflußt und werden von den Gedanken anderer bombardiert, dass es eine gewisse Entschlossenheit, Mut und Durchhaltevermögen erfordert um frei zu sein im Denken und auf diese Weise Selbsterkenntnis zu erlangen. Wir sind alle Teil des Prozesses der Kommerzialisierung, und daher letztlich auch alle für ihren schädlichen Einfluß in unserer Gesellschaft verantwortlich. Wenn der Weg des Teilens tief in uns verankert ist und wir es mit Rage und einer inneren Leidenschaft verstehen, dann wird es unseren Charakter in so einer Weise bilden, dass wir nie wieder auf die Kommerzialisierung hereinfallen können. Die Art und Weise des Teilens ist universell. Du und ich, lass uns zusammen kommen. Lassen Sie uns teilen. So einfach ist jetzt und wird es immer sein.

Geistige Theorien über den sozialen Wandel sind bedeutungslos, außer die Menschen machen einen Aufstand,und ersetzen die alte Ordnung mit der Neuen. Da beginnt der eigentliche Sinn unseres Lebens und darin liegt die wahre Macht. Wir mögen denken dass die Mächtigen diejenigen sind, die große multinationale Unternehmen leiten und über das Kapital verfügen den Regenwald im Amazon abzuholzen, die eine derartige Kontrolle über Ressourcen haben, dass sie über das Leben der Menschen entscheiden können. Aber in spiritueller Hinsicht ist das überhaupt keine Macht, sondern eher das Gegenteil.

Wahre Macht ist das Miteinander und die gemeinsame Nutzung der Weltgüter von Millionen von Menschen, das vereint, ist kreativ und bringt weltweit Heilung. Im Gegensatz zu den sehr Reichen die nur für sich selbst leben – ist wahre Macht im Individuellen gekennzeichnet durch nicht trennende, nicht zerstörerische Bescheidenheit, Einschliesslichkeit, Harmlosigkeit und Objektivität oder Gelassenheit. Und von einer planetaren oder Gruppen Perspektive repräsentiert es alles was mit Gerechtigkeit in der Gesellschaft und der Umwelt alles wieder ins Gleichgewicht bringt, und der Schöpfung ihre Energie wieder zurück gibt.

Wenn alle Nationen zusammenkommen und die Ressourcen der Welt teilen, wenn die Menschheit Gleichgewicht in ihrem Bewusstsein und in der Natur erreicht - dann ist das Macht im wahrsten Sinne des Wortes. Alle sogenannten mächtigen Menschen in unserer heutigen Gesellschaft können ihre Macht nur durch Handel, durch Gesetze, durch Ideologien und Überzeugungen aufrechterhalten. Aber wenn wir uns Ihrer Autorität nicht mehr beugen und als eine Einheit zusammentun, dann werden wir sehen, was Macht wirklich ist. Um einen Slogan der oft auf Protest Plakate geschrieben wird zu wiederholen: Wovor haben wir Angst? Sie nur wenige sind, doch wir sind viele! 


Mohammed Mesbahi, Gründer von STWR.

Redaktionsassistent: Adam Parsons.

Deutsche Übersetzung von Sonja Scherndl und Ute Redl.

Photo credit: quinn.anya, flickr creative commons

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